In der Volksabstimmung vom 27. September 2020 wurde die Vorlage fĂ¼r einen bezahlten Vaterschaftsurlaub mit 60,3 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Damit können alle erwerbstätigen Väter innerhalb von sechs Monaten ab Geburt eines Kindes zwei Wochen (10 Arbeitstage) bezahlten Urlaub beziehen, am StĂ¼ck oder verteilt auf einzelne Tage. Den Arbeitgebern ist es verboten, im Gegenzug die Ferien zu kĂ¼rzen.
Der Erwerbsausfall im Vaterschaftsurlaub wird entschädigt. Dabei gelten die gleichen Grundsätze wie beim Mutterschaftsurlaub. Eine Entschädigung erhalten Väter, die zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes erwerbstätig waren, sei es als Arbeitnehmer oder als Selbstständigerwerbender. Sie mĂ¼ssen zudem in den neun Monaten vor der Geburt in der AHV obligatorisch versichert und in dieser Zeit mindestens fĂ¼nf Monate lang erwerbstätig gewesen sein. Die Entschädigung geht entweder direkt an den Arbeitnehmer oder an den Arbeitgeber, wenn dieser den Lohn während des Urlaubs weiterhin bezahlt.
Wie beim Mutterschaftsurlaub beträgt die Entschädigung 80 Prozent des durchschnittlichen Erwerbseinkommens vor der Geburt des Kindes, höchstens aber 196 Franken pro Tag. FĂ¼r zwei Wochen Urlaub werden 14 Taggelder ausbezahlt, was einen Höchstbetrag von 2‘744 Franken ergibt.
Finanziert wird der zweiwöchige Vaterschaftsurlaub Ă¼ber die Erwerbsersatzordnung (EO), also Ă¼berwiegend mit Beiträgen der Erwerbstätigen und der Arbeitgeber. Das Bundesamt fĂ¼r Sozialversicherungen schätzt die Kosten des Urlaubs bei Inkrafttreten der Vorlage auf rund 230 Millionen Franken pro Jahr. FĂ¼r deren Finanzierung muss der Beitrag an die EO von heute 0,45 auf 0,50 Lohnprozente erhöht werden. Das ist eine Erhöhung um 50 Rappen pro 1‘000 Franken Lohn. Bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Ă¼bernehmen deren Arbeitgeber die Hälfte davon.
Die Vorlage tritt am 1. Januar 2021 in Kraft.
